Translations / Übersetzungen
by / von Walter A. Aue




William Blake:

The Chimney-Sweeper

A little black thing among the snow:
Crying weep, weep, in notes of woe!
Where are thy father & mother? say?
They are both gone up to the church to pray.

Because I was happy upon the heath,
And smiled among the winters snow:
They clothed me in the clothes of death.
And taught me to sing the notes of woe.

And because I am happy & dance & sing,
They think they have done me no injury:
And are gone to praise God & his Priest & King,
Who made up a heaven of our misery.



Note: The character - or symbol? - of the young chimney sweep occurs in several of Blake's poems, for instance in his famous London. I would venture to guess that Blake felt his life was also being forced into such "clothes of death".





William Blake:

Der Rauchfangkehrer

Ein kleines Ding, so schwarz im Schnee,
Weint Elend aus und Herzensweh.
"Wo sind denn Vater, Mutter? Sprich!"
"In der Kirche zum Beten, sicherlich.

"Weil ich glückselig war, in der Heide weit,
Und lächelnd spielte in Winters Schnee,
Steckten sie mich in des Todes Kleid
Und lehrten mich singen den Sang vom Weh.

"Weil ich glückselig bin, und sing und schaff',
Glauben Sie, mir wäre kein Unrecht gescheh'n -
Und gehn preisen den Gott, sein König und Pfaff,
Die den Himmel sich bauten aus unsern Weh'n."



Was ich nicht übersetzen konnte: Das "Crying weep, weep" der zweiten Zeile ist dem Werberuf der Londoner Rauchfangkehrer (crying "Sweep! Sweep!") nachempfunden.

Um in die Rauchfänge hineinzukommen, bedurfte es zu Blakes Zeiten junger, zart gebauter Lehrlinge, die oft eines frühen Todes durch Ersticken im Kamin oder, später und langsamer, durch Krebs starben. (Der Krebs wird durch das im Ruß enthaltene a-Benzopyren verursacht. Dieses Substanz wurde an Londoner Rauchfangkehrern als erstes wissenschaftlich erforschtes Carcinogen entdeckt.)

Rauchfangkehrer sollen Glück bringen. Ob diese Überlieferung ein Verdrängungsmechanismus der 'besseren Gesellschaft' vergangener Jahrhunderte war?

Wie auch immer: Das Lament des Rauchfangkehrerlehrlings - stellvertretend für so vieles, das halt so gebräuchlich ist - drückt sich am klarsten in der vox populi (Vindobonensis) aus:




William Blake:

Da Rauchfaungkehralearling

A Dswutschgal, schwoaz im weissn Schnee,
des reart und flennt. Des tuat ahn weh:
"Wo san denn Deine Ötarn? Sog!"
"In da Kiachn tans betn den hoibn Tog.

"Weuli gliklich beim Spühn woa, do haumsmi gschasst;
und weuli no glocht hob im tiafn Schnee,
do haumsma des Gwandl fias Schdeam fapasst,
damihtti des Liad vom Tod faschdeh.

"Und weuli hob gsungan and taunzt volla Freid,
glaum Seh , se haumma ka Unrecht net taun
und lohm Gott und sein Khenig und Pfoff, wossi gscheid
aus dem, wos uns autuan, an Himme baut haum."



Für Leser, denen das Buchstabieren des Wiener Idioms Schwierigkeiten bereitet - oder die einfach hören wollen, wie einem Wiener der Schnabel gewachsen ist - habe ich versucht meine dafür höchst ungeeignete Stimme ins mp3 Format zu zwängen: Hier ist die Dialektfassung des Gedichtes im "Wiener Audio" (217KB).


...



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First posted: January 2005
Last updated: August 2009

N.B.: The frame around the poems
shows snow around a half-torn-out root
on the trail behind our house.
Want to see the original photograph?























































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