Translation / Übersetzung
by / von Walter A. Aue




Lord Byron:

So We'll Go
No More A-Roving

So we'll go no more a-roving
So late into the night,
Though the heart be still as loving,
And the moon be still as bright.

For the sword outwears its sheath,
And the soul wears out the breast,
And the heart must pause to breathe,
And Love itself have rest.

Though the night was made for loving,
And the day returns too soon,
Yet we'll go no more a-roving
By the light of the moon.



Die Übersetzung ist, wie gebräuchlich, (anzügliches) Hochdeutsch. Aber da habe ich mir unlängst ein paar rauhe Bemerkungen über den Wiener Dialekt anhören müssen - daß es so etwas eigentlich gar nicht gäbe (und ich hätte mich damit nicht einmal bei meinem Schwarzen Fiaker versuchen sollen) - daß ich es nicht lassen konnte, dieses hochwohlgeborene Gedicht auch in die Wiener Mundart zu übersetzen. Nigs fia unguat!



Lord Byron:

So We'll Go
No More A-Roving

So we'll go no more a-roving
So late into the night,
Though the heart be still as loving,
And the moon be still as bright.

For the sword outwears its sheath,
And the soul wears out the breast,
And the heart must pause to breathe,
And Love itself have rest.

Though the night was made for loving,
And the day returns too soon,
Yet we'll go no more a-roving
By the light of the moon.




Lord Byron:

So werden wir
nicht mehr schweifen

So werden wir nicht mehr schweifen
Umher in der späten Nacht,
Wenn das Herz auch noch verliebt ist
Und der Mond noch immer lacht.

Denn das Schwert verschleißt seine Scheide
Und die Seele verschleißt die Brust,
Und das Herz muß ruhn um zu atmen
Und Liebe rasten von Lust.

Ist die Nacht auch gemacht für die Liebe
Und der Tag folgt zu schnell der Nacht,
So werden wir doch nicht mehr schweifen,
Wenn der Mond vom Himmel lacht.



Die Übersetzung ist, wie gebräuchlich, in Hochdeutsch. Aber da habe ich mir unlängst ein paar rauhe Bemerkungen über den Wiener Dialekt anhören müssen - daß es so etwas eigentlich gar nicht gäbe (und ich hätte mich damit nicht einmal bei meinem Schwarzen Fiaker versuchen sollen) - daß ich es nun nicht lassen konnte, dieses hochwohlgeborene Gedicht auch in die Wiener Mundart zu übersetzen. Nix fia unguat!



Lord Byron:

So gemma jeds
nimma schdrawantsn

So gemma jeds nimma schdrawantsn
bihs in di hölle Nochd;
Wühs Heazal a noh so gean tauntsn,
waun da Mond vom Himme lochd.

Doch's Schweat hoit lenga wia'd Scheidn
und d'Söh hoit lenga wia'd Brust;
Und's Heazal muas si bescheidn,
vaschnaufen von Liab und von Lust.

Obwoi doch di Nochd fia de Liab is
und da Dohg kummt d'schnöh dahea,
gemma jedsn ni wida auf Lepschi,
scheint da Mond a di Kreiz und die Kwea.




N.B. Proponenten einer direkteren Ausdrucksweise sind eingeladen, die erste Zeile durch

So gemma jeds ni mea luhdan

zu ersetzen und - wieder nur wenn gewünscht, natürlich - das Reimwort der dritten Zeile entsprechend zu ändern.

Proponenten der mundartlichen Weiterbildung sei die Studie von Maria Hornungs Monumentalwerk ans Herz gelegt (Maria Hornung: Wörterbuch der Wiener Mundart, ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien, 1998 - über 15000 Stichwörter und 740 Seiten, doch leider immer noch nicht vollständig) . Meine Übersetzung bedient sich nicht der phonetisch korrekten Schreibweise von Univ.-Prof. Dr. Hornung, sondern benützt, wie in deutschen Dialektgedichten üblich, das Alltagsalphabet.

Und die Aussprache, naja, die hängt davon ab, aus welchem Wiener Bezirk (Weana Hihb) man kommt. Sie können das überprüfen, da ich - meiner völlig ungeeigneten Stimme zum Trotz und nur den Archivaren zuliebe! - das Gedicht im WA ("Wiener Audio") Format zum Herunterladen bereitgestellt habe (mp3, 193KB).

No amoi, nix fia unguat!



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First posted: November 2004
Last updated: January 2005

N.B.: The frame around the poems
shows the moon from our house.
Want to see the original photograph?