Translation / Übersetzung
by / von Walter A. Aue



Emily Dickinson:

Besides the Autumn
Poets Sing

Besides the Autumn poets sing
A few prosaic days
A little this side of the snow
And that side of the Haze.

A few incisive mornings,
A few ascetic Eves,
Gone. Mr. Bryant's "Golden Rod,"
And Mr. Thompson's "Sheaves."

Still is the bustle in the brook,
Sealed are the spicy valves.
Mesmeric fingers softly touch
The Eyes of many Elves —

Perhaps a squirrel may remain,
My sentiments to share —
Grant me Oh Lord a sunny mind —
Thy windy will to bear!



Note: As is the case with almost all poems by Emily Dickinson, different versions of this poem have been published. Facsimile prints of most of the original manuscripts have been published by Harvard Press.


Example of Emily Dickinson's handwriting (second stanza above)




Emily Dickinson:

Nebst dem Herbst,
den der Dichter preist

Nebst dem Herbst, den der Dichter preist,
Gibt's Tage ohne Kunst:
Ein paar noch vor des Winters Schnee,
Ein paar nach Sommers Dunst.

Nach ein paar scharfen Morgen,
Nach mancher Mangelnacht,
verschwand — Herrn Bryants "Rutengold",
Herrn Thomsons "Garbenpracht".

Verstummt das Rauschen in dem Bach,
Verschlossen Blumenkelche.
Mesmer'sche Finger schließen sacht
Die Augen vieler Elfe —

Ein Eichhörnchen vielleicht bleibt da,
Mein Sinnen mitzufühlen:
Gib mir, oh Herr, ein Sonngemüt —
Gen Deinen Windeswillen!



Ich habe "Golden Rod" (wahrscheinlich "Goldrute", d.h. eine Pflanze der Gattung Solidago) in "Rutengold" und "Sheaves" (wahrscheinlich Bündel ungedroschenener Maiskolben) in "Garbenpracht" verwandelt: Des Reimes wegen — was ein Wiesel im Geriesel kann, kann ich schließlich schon lange — und weil ich nicht wußte, was Emily Dickinson mit diesen von ihr in Anführungszeichen gesetzten Ausdrücken und der poetischen Verbindung zu Herrn Bryant und Herrn Thomson (wer immer auch die beiden waren, wahrscheinlich Farmer in Amherst) wirklich sagen wollte.

[Mir ging's dabei wie dem Arzt, der dem Hippokratischen Eid zufolge vor allem vermeidet, den Patienten zu sehr zu verstümmeln. "Vorsicht ziemet dem Chirurgen", meint Emily, weil ihr Gedicht ja unter meinem Messer weiteratmen soll. Und weil es besser ist, über Viren und Immunschwächen zu schwatzen, als Arsenik für die falsche Krankheit zu verschreiben. Weil man verschreibt sich doch so leicht...]

Übrigens, Emily Dickinsons Gedichte existieren in etlichen voneinander abweichenden Versionen. Alle wurden erst nach ihrem Tode veröffentlicht — je später umso näher den handgeschriebenen Originalen — naja, hofft man halt — zumindestens nach dem Sprichwort, daß die Zeit alle Wunden heilt — mehr oder minder...


...



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First posted: September 2004
Last updated: January 2010

N.B.: The frame around the poems
shows a squirrel on our sun deck.

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