Translation / Übersetzung
by / von Walter A. Aue



Emily Dickinson:

The name of it
is "Autumn"

The name — of it — is "Autumn" —
The hue — of it — is Blood —
An Artery — upon the Hill —
A Vein — along the Road —

Great Globules — in the Alleys —
And Oh, the Shower of Stain —
When Winds — upset the Basin —
And spill the Scarlet Rain —

It sprinkles Bonnets — far below —
It gathers ruddy Pools —
Then — eddies like a Rose — away —
Upon Vermilion Wheels —




Dickinson Homestead - Amherst, Mass.
(where Emily was born and spent her life)


Antietam, Dead Confederate Soldiers
September 17, 1862


You want an explanation? Sorry. Not my game. I am merely here to set up the pins. It is YOU who has to throw the ball...

But "Autumn" echoes "Antietam", you declaim? Ah, yes. After all, Antietam (Sharpsburg) was the site of the bloodiest battle in the - for its time - bloodiest war...

Literary references? Well, that's where I am highly indebted to Professor Derek Furr of Bard College, New York, for pointing out two relevant publications:

David Cody. "Blood in the Basin: The Civil War in Emily Dickison's 'The Name of It is Autumn'" The Emily Dickinson Journal 12.1(2003)25-52.

Barbara Packer. "Poem 656 and the Contract of Taste." Women's Studies: An Interdisciplinary Journal. 16.1-2 (1989) 91-94.

Historical references? The Web is fairly dripping with blood, should you like to follow up on the Autumn-Antietam analogy...



Emily Dickinson:

Der "Herbst"
das ist sein Name

Der "Herbst" — das ist — sein Name —
und Blut — sein Farbenschwang —
Arterien — den Hang hinan —
und Venen — straßenlang —

Die Kugeln — in Alleen —
und, oh, der Farbenfluß —
wenn Wind — verstört das Becken —
und regnet Scharlachguß —

Er sprenkelt Kopfschmuck — unten tief —
häuft rosig Tümpeldreck —
dann wirbelt — wie die Ros' — er auf
purpurnen Rädern weg —




Sie wollen eine Erklärung? Tut mir leid, bei diesem Spiel darf ich nicht mitspielen. Ich stell' die Kegel hier ja nur in Reih und Glied auf. Kegeln müssen Sie selber...

Drei Kegel mit einer Kugel? Ja, welche denn?

Kegel 1: Die wohlbekannte, purpurrote Farbenpracht des Herbstes in Neu-England? Naja, natürlich. Was denn sonst.

Kegel 2: Die blutigste Schlacht des blutigsten aller Kriege seiner Zeit, d.h., des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-65)? So, als hätte Emily geschrieben: "The name — of it — is Antietam — " ?

Kegel 3: Mutter Natur als belebtes Wesen (als die ursprünglichere und wichtigere "Krone der Schöpfung"), samt Arterien und Venen, die ihre liebliche Hügellandschaft durchziehen?

Die Kugel: Emily's "globule" - der Anfang und manchmal das Ende unserer bio-logischen Existenz?

(Und wie schon immer in der Poesie gehabt: Die Natur, aber so wie von unserer Seele empfunden - oder, wie man heute sagen würde: die Natur, aber so wie von unserem Gehirn verarbeitet?)

Was weiß ich? Ich bin ja nur der Übersetzer. Und ein blutiger Amateur noch dazu. Aber eines kann ich Ihnen glaubhaft versichern: Emily's Wortwahl hier ist ungewöhnlich, selbst für Emily. Sie gibt uns ganz gewollt Rätsel zu lösen auf: z. B. durch die Variationen von rot, der Farbe des Blutes; oder durch Worte, die zwei- oder mehrdeutig sind - globules, stain, shower, scarlet, rain, bonnet, ruddy, eddy, etc. - und oft unheilvolle Nebenbedeutungen haben; oder durch Phrasen, die von solchen Worten im anglophonen Leser wachgerufen werden: "pool of blood", "scarlet fever", "Indian war bonnet", etc. Da muß schon mehr dahinterstecken als die herbstliche Blätterpracht von Amherst (Massachusetts, USA)...

Übrigens, für Feinschmecker (Vampire?): In der mittleren Strophe verwendet Dickinson einen perfekten Reim (the Shower of Stain — the Scarlet Rain); in den flankierenden Strophen aber verwendet sie widerstrebend gebeugte Reime (Blood — Road ; Pools — Wheels). Darf ich so etwas als prosodisch "gut gewürzt" bezeichnen?

Und: Ich habe das in der letzten Strophe (mit "Dreck" und "weg") auch so holperdistolper praktiziert: Fiel mir vielleicht kein besserer 'slant rhyme' ein? Der ist nämlich gar nicht so leicht, wie er aussieht! Oder wollte mein Unterbewußtsein dem Leser zumindestens einen Hauch von Emily's Sprachgewalt vermitteln? Und - ich weiß es natürlich nicht - glaubte ich vielleicht, daß Emily das tat, weil bei ihr die Reimpaare (Blood/Road und Pools/Wheels) in der Metapher zwar zusammengehören, sich in der Realität aber bekriegen? So wie es halt im Krieg - und nicht nur im Krieg! - den Menschen ergeht?

In der ersten Strophe habe ich dann aber doch einen reinen Reim eingesetzt ("Farbenschwang" — "straßenlang"), weil in der Übersetzung die zwei Reimobjekte (so wie in Dickinsons "the Shower of Stain" — "the Scarlet Rain") direkt und nicht nur metaphorisch miteinander verbunden sind.

Noch mehr straßenlangen Farbenschwang gefällig? Nein? Danke, danke vielmals!

Denn meine Sprache geriet dabei an ihre nur zu offensichtlichen Grenzen. Professor Derek Furr vom Bard College in New York, dem ich für seine freundlichen Kommentare großen Dank schulde, schrieb mir zum Beispiel: "...Another small but interesting formal feature: "gathers ruddy pools" and "eddies like a rose"--the d and s sounds echo across these two lines which are, not coincidentally, in the center of a stanza, pooling up, as it were..." Ich konnte dies nicht nachlautmalen (wenn man von rosig und seinem verschnittenen Echo Ros' absieht).

Und weil ich schon beim Danksagen bin: Meinen herzlichsten Dank an "Ilenia", von der ich den Hinweis auf dieses Herbstgedicht (und das folgende von Ungaretti, beide mit aufschlußreichen Kommentaren) erhielt. Mille grazie, Ilenia erudita!


Das alles wäre eine Erklärung, aber keine Entschuldigung? Ich sehe schon, ich muß Ihnen vorführen, daß alles noch viel schlimmer hätte kommen können. Das wäre wohl nicht möglich, meinen Sie?

Ach, sehen Sie, Englisch verstehe ich zumindestens halbwegs. Von Italienisch und Japanisch aber habe ich keinen blauen Dunst. Daher kommen jetzt zwei Übersetzungen aus diesen Sprachen (wirklich: aus englischen oder deutschen Übersetzungen), die sich auch mit den Blättern (und Gräsern) des Krieges beschäftigen. Und Krieg habe ich erlebt, das dürfen Sie mir glauben. Also darf ich auch darüber reden, wenngleich nur mit den Stimmen anderer...


...



Giuseppe Ungaretti:

Soldati

Si sta come
d'autunno
sugli alberi
le foglie




Giuseppe Ungaretti,
1888-1970






Giuseppe Ungaretti:

Soldaten

Wir, wie
Blätter
herbstlicher
Bäume



Das Gedicht sei hermetisch versiegelt, meinen Sie? Da liegen Sie zumindestens halb richtig!

Der Vergleich von Soldaten mit den fallenden Blättern des Herbstes (in Japan auch - und noch fliehender - mit den fallenden Kirschblüten des Frühlings) zieht sich durch die Weltliteratur. Ein Echo dessen, was jeder Mensch empfindet: Da braucht es keinen Vers.

Aber in Japan, da heikut es sich doch, meinen Sie? Und wäre nicht Ungarettis Gedicht ein Haiku? Naja, nicht ganz. Ja, die Jahreszeit ist erwähnt, aber es hat mehr Zeilen und weniger Silben als die gesalbten Zeilen&Silbenzähler erlauben. Und die Natur ist nur so zum Vergleich da. Aber sie haben schon recht. Da ist wirklich so ein Hauch von Haiku dabei. Hauchen wir also nochmals und etwas heftiger:

Blätter in Farben
auf den herbstlichen Bäumen:
Wir, die Soldaten

(Wanderer, kommst Du nach Japan, sage dort, du habest uns Silben liegen gesehn, wie das 5-7-5 Gesetz es befahl... Spartanischer geht's nicht mehr. Oder doch?)


...


Heidi Damerius:

O'maggio a Ungaretti


Wir —
Wie vom Aste
Blatt um Blatt


Wir —
wie Staub
auf der Erde


Ich —
wie die Knospe
im Herbst




NA SOWAS
("Free as a bird...")
(Peggy's Cove, Nova Scotia, 2008)




Der erste Teil dieser Hommage ist eine Nachdichtung von Ungarettis Soldati, in der die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Akt des Fallens der Blätter (Soldaten) gelenkt wird. Bei Ungaretti - vergleiche die schöne Übersetzung von Ingeborg Bachmann - war es der Zustand der Blätter (Soldaten) auf dem herbstlichen Baum. Der Wechsel von vorausfürchtender Statik zu sich vollziehender Dynamik geht zwischen den Sprachen der beiden Gedichte, aber auch zwischen den Mentalebenen des Lesers vor sich.

Die folgenden zwei Gedichte aus Damerius's O'maggio bedienen sich ebenso der "hermetischen" Sprache Ungarettis. Sie, verehrter Leser, können aber auch alle drei als Haijin lesen..



Heidi Damerius:

Homage to Ungaretti


We —
like from the limb
leaf by leaf


We —
like dust
on the earth


I —
like a bud
in autumn



This poetic triptych has been inserted at a very late date (May 2009). It arose from an e-mail exchange about the preceding Ungaretti poem; this explains its non-chronological position on the webpage.

The first part is a paraphrase, which focusses on the falling of leaves (soldiers) from the autumnal tree. In contrast, Ungaretti's poem focussed on the standing of leaves (soldiers) on the autumnal tree, in foreknowledge (theirs and the readers') of the inevitable fall to come.

The next two poems use the "hermetic" language of Ungaretti - or the haiku format, however you like it - but they extend the subject from the fate of the soldiers to that of humanity to that of the individual. Free as a bird - but how free is a bird?


...


Bashô (Matsuo Munefusa):

natsugusa ya

natsugusa ya
tsuwamono domo ga
yume no ato




Bashô (1644-1694)
Detail of drawing by Kyoriku

Das Bild ist ein Ausschnitt aus einer Zeichnung, die Bashô und einen Gefährten in Reisekleidung zeigt. Bashô verewigte diese Reise in der wohl berühmtesten japanischen Beschreibung, "oku-no-hosomichi" ("The Narrow Road to the Far North", "Die schmale Straße in den fernen Norden", 1689), aus der der hier zitierte Haiku stammt.

Der Haiku bezieht sich auf das Leben und Sterben des japanischen Nationalhelden Yoshitsune, das in den bekannten "Geschichte der Heike" (Heike monogatari) beschrieben ist. Ich weiß zwar fast nichts darüber, wollte aber doch diese Namen zum Zwecke ziehlführenderen Gugelns (Googlens?) anführen. Sie finden ausführliche Beschreibungen davon im Internet, z.B. hier.




Bashô (Matsuo Munefusa):

Gräser des Sommers

Gräser des Sommers:
Nur sie verbleiben von den
Träumen der Krieger



Der hier wiedergegebene Haiku von Bashô, über das Sterben von Yoshitsune und seiner Mannen von Hiraizumi ist in viele Sprachen übersetzt worden und existiert auch im englischer und deutscher Übersetzung in in einer Reihe sehr verschiedener Versionen. Er ist natürlich unübersetzbar, aber ihn durch mehrere Augen zu betrachten trägt doch zum multidimensionalen Sehen bei.

Meine eigene Übersetzung bitte ich dabei zu vernachlässigen. Wie ich schon zugab, kann ich kein Japanisch, fand es aber interessant, diese drei Gedichte von Dickinson, Ungaretti und Basho zusammen auf eine Webseite zu stellen. Der Ausflug durch das 19., 20. und 17. Jahrhundert - und durch die Vereinigten Staaten, Italien und Japan - sieht weitreichend aus, ist es aber nicht. Gleichnisse vom Sterben der Krieger und dem Sterben in der Natur - als ob da ein Unterschied wäre! - finden sich seit Menschen die Kunde weitergeben. Nicht daß ich das beweisen könnte, aber Sie dürfen mir's trotzdem glauben...

Wie bitte? Meine Übersetzung enthielte etliche überflüssige Worte und ein Haiku sollte doch das Komprimierteste vom Komprimierten sein? Sie, da stechen Sie aber in ein Wespennest hinein! Per Inhalt hat zwar Japanisch die meisten "Silben" und Englisch die wenigsten (mit Deutsch dazwischen und, nicht überraschend, näher dem Englischen). Aber ausgerechnet Sie, der 5-7-5=17 Purist, wollen mich hier zur Sünde führen? Wie sagen Sie: Um gegen die Sünde gewappnet zu sein, muß man sie zuerst kennenlernen, d.h. begehen (sagte Rasputin - und wenn's nicht wahr ist, ist es zumindestens gut erfunden)? Naja. Der Kunde hat ja immer recht...

Alsdann: Wie wär's mit 12 Silben, so à la

Gräser des Sommers:
Reste
von Kriegerträumen

Oder vielleicht gar 9 Silben?

Sommergras:
Nachweh'n des
Heldentraums

Sie meinen, das wären schon fast wieder (Unter/Über)griffe auf Ungarettis (siehe oben) hermetischen Stil?

Oh Musa Santa, welch' Frevel setzt du mir da in den Kopf! Wenn das ein neunsilbiger Ungaretti sein soll, dann, mit ein paar Gedankenstrichen, könnte ich ja auch eine zehnsilbige Emily Dickinson daraus machen:

Nur — Sommergras —
verbleibt —
vom Kriegertraum —

Ich tat es nur des Rondos willen? Weil dann Emily, Giuseppe und Matsuo Ringelreihen auf der Dichterwiese tanzen können? Wie das Kriegspielen ja auch kein Ende nimmt, weil es sich wie die Urschlange selber immer wieder in den eigenen Schwanz beißt?

Über so was Trauriges traute ich mich nie darüber...


...

Bashô:

natsugusa ya

natsugusa ya
tsuwamono domo ga
yume no ato




Bashô
(Detail of statue in Hiraizumi)




Bashô:

Grasses of summer

Grasses of summer:
That is all that is left of
soldiers' ambitions.



You complain that the English translation lacks the brevity required of the haiku and that the lilting duplicity of the middle line is very un-haiku-ish? You've got a point. English is so much shorter than Japanese, "syllable"wise. Should we cut down on the "classical" 5+7+5=17? "Westernize" it?

How about 3+4+4=11 (spoken) syllables?

Summer grass:
All that is left
of heroes' thoughts

Or 4+2+4=10?

But summer grass
remains
of soldiers' dreams

Or even 3+2+4=9?

Summer grass —
remains —
of soldiers' hopes —

Or, horribile dictu, 3+1+4=8?

Summer grass —
left —
of heroes' dreams —

But, you say, the 10 syllables sound more like Ungaretti and the 9 and 8 more like Emily Dickinson? Well, what's wrong with that? Let the circle be completed. It is all about soldiers dying, is it not?


...



Addendum 1: Gojo

Nun, die Soldaten haben ihren Kreislauf vollendet. Aber Sie haben noch eine Frage? Sie haben die erste Zeile, "natsugusa ya", von Bashôs Haiku gegugelt und sind darüber in andere Sommergräser gestürzt? Nämlich in den (auch sehr bekannten) haiku von "Gojo":

natsugusa ya
yamadera michi no
ishibotoke

Gräser des Sommers:
Am Weg zum Tempel hinauf
Statuen Buddhas

Was gehet hier im Sommergrase vor, fragen Sie mich? Ja, wie soll denn ich das wissen? Ich bin in solchen Sachen ein blutiger Amateur (a bloody amateur, wie die Amerikaner sagen).

Aber eines könnte ich mir schon denken. Sie kennen doch die berühmte Klaviersonate No. 14 von Ludwig von Beethoven - die, die bei Mondschein mit gebrochenen cis Moll Akkorden beginnt. Als "quasi una fantasia" hat Beethoven sie bezeichnet. Na sehen Sie - und jetzt hören Sie sich einmal die weit weniger bekannte Fantasia in D-moll (KV-397) von Wolfgang Amadeus Mozart an. Entwendung? Nein, Ehrung. Und so stelle ich mir das auch in Japan vor...





Addendum 1: Gojo

Well, the soldiers have done their rounds. But you still have a question? You've googled the first line of Bashô's haiku (natsugusa ya) and stumbled over other summer grasses? You've ended up with the (also well known) haiku by "Gojo":

natsugusa ya
yamadera michi no
ishibotoke

Grasses of summer:
Up the hill to the temple
statues of Buddha

What happens here in the summer grass, you ask me? How should I know? I am but a greenhorn in such matters.

But one thing comes to mind. Do you remember the beginning of Beethoven's famous "Moonlight" Sonata? The # 14 in C sharp minor, "quasi una fantasia"? Well, then try the beginning of Mozarts much less famous Fantasia in D minor, KV 397. Was that theft? No, that was thanks! And that's the sort of homage I would speculate has taken place in Japan...


...


Addendum 2: Post

Diese Seite scheint meine Poetenfreunde inspiriert zu haben. So sandte mir Bertram Kottman den hermetischten Ungaretti (oder den kürzesten Hokku) den ich kenne: Drei Silben:

SOLDATEN

Herbstlaub,
wir

Im Englischen etwa:

SOLDIERS

Fall Leaves:
We




Addendum 2: Mail

This page seems to have inspired my poet friends. Gordon Whitehead sent me his take on the Bashô:

Grasses of summer -
Sole enduring survivors
Of soldierly dreams

In German approximately:

Gräser des Sommers:
die letztüberlebenden
Soldatenträume




Long after that e-mail arrived, I became aware of Dr. Haldane's marvellous translations of haijin. Here is the URL for aficionados of this Japanese discipline!



...


There must be something strange about this famout haiku by Bashô: I am still getting e-mail about it. Here is a contribution from Eric Miller that I really liked:

Eric Miller:

Homage to Bashô (1)

"Was, Now, Gone"

Once
a great battlefield hill;
now
only grass remains—
gone
all soldier's dreams.




Not Right Time

In the cold room
At 4 a.m. I anxiously awake:
Not time for going or staying.




Words Against the Night

This wet wind, sloshing waves—
the homeless darkness
of this drear November night,
with three lines
Basho would make cozy and intimate.



(1) Copyright/courtesy Eric Miller





The first poem repeats Bashô's famous three lines in a Chinese "Three-Breath" version: A recipe worthy to be tried in your poetic kitchen! And, yes, the title is just a slightly heavier punctuated take-off on the phrase 'Once, now gone'.

Not poetic enough? Well, then try
'What was, what is, and what has gone before'...




Nota bene: Eric enjoyed the joke about the "Three-Breath" poem, and he hopes you will, too - but in the interest of truth I should mention that it was just a joke and nothing but. Which I herewith do.

And yet, given his opinion that poetry in the West might well develop along the lines of ancient Chinese writings, may it not turn out to have been a prescient joke?

And perhaps you yourself would want to give the "Three-Breath" exercise a meditated (or mediated or medicated, take your pick) "action yogi" try-out?



Es muß etwas Eigenes sein um diesen berühmten Haiku von Bashô: Ich bekomme noch immer Zuschriften darüber. Hier ist ein Beitrag von Eric Miller, der mir sehr gut gefiel:

Eric Miller:

Hommage an Bashô

"War, Nun, Dahin"

War
einst der große Hügel der Schlacht.
Nun
bleibt nur Gras:
Dahin
all die Träume der Krieger...




Zur falschen Zeit

Nachts in dem kalten Zimmer
erwach ich um vier:
Nicht Zeit zu gehn oder bleiben.




Worte gegen die Nacht

Der nasse Wind, das Wellengeschwapp,
die heimatlose Dunkelheit
der düsteren Novembernacht —
sie würde Basho mit drei Zeilen
vertrauter und vertraulich machen.




Das erste Gedicht wiederholt Bashôs drei Zeilen in in chinesischer "Drei-Atemzug" Umhüllung: Ein Rezept auch für Ihre Poesieküche!

Nicht dichterisch genug? Na, dann versuchen Sie halt mit
'Was war, was ist, und was schon war'...




Nota bene: Ja, ich geb's ja zu. Das mit dem "Drei-Atemzug" Gedicht war nur ein Scherz. Hoheit beliebten zu scherzen, ok? Aber Eric und ich haben darüber gelacht. Und wir hoffen, daß auch Sie das tun werden.

Und doch: Erich glaubt, daß eine Renaissance des alten, sehr alten, chinesischen Gedichtes in unserer "westlichen" Literatur bevorsteht. Vielleicht wäre das "Drei-Atemzug" Gedicht dann nicht nur ein dummer Scherz von mir gewesen? Vielleicht probier'n Sie halt doch einmal die drei Atemzüge...



...


Masaoka Shiki:

yuku aki no

yuku aki no
ware ni kami nashi
hotoke nashi



The text of this and many other poems by Shiki, together with the ideograms, can be found on Shiki Autumn.




Walter A. Aue: No God for Shiki
(Digitally altered photograph of Masaoka Shiki)


Haiku Monument for Masaoka Shiki (1867-1902)



Masaoka Shiki:

Autumn waves

Autumn waves
for me no Gods,
no Buddhas

Herbst verweht

Herbst verweht
für mich kein Gott,
kein Buddha




These are rather strange translations but, for some reason, they appeal to me. The kigo (season word) is properly there, but the kireji (cutting word) is not. Indeed, where one should cut (pause), i.e. after the first line, both of my translations connect grammatically to the second line - although the resulting ambiguity might give you some cause for pause. I have no credible apologies to offer for that.

As far as the rather short lines - 3,4,3=10 vs. the usual 5,7,5=17 "phonetic syllables", "graphems" or whatever - I could refer you to an ongoing literary&linguistic war, but I won't. The proof of the pudding, even a Japanese one, is still in the eating. But perhaps you've got addicted to the "morpheme" sight of the world?

And as far as the Austrocanadian pudding is concerned - i.e., why did I mix Emily Dickinson with Ungaretti and top it all up with the three Haiku Masters? - well, go and take a bloody haiku!


...



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First posted: January 2008
Last updated: June 2010

N.B.: The frame around the poems shows a digitally vortexed shot of autumn leaves.

Want to see the original photograph?