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Alfred Lord Tennyson:
Ulysses
It little profits that an idle king,
By this still hearth, among these barren crags,
Match'd with an aged wife, I mete and dole
Unequal laws unto a savage race,
That hoard, and sleep, and feed, and know not me.
I cannot rest from travel; [...] for my purpose holds
To sail beyond the sunset, and the baths
Of all the western stars, until I die.
It may be that the gulfs will wash us down:
It may be we shall touch the Happy Isles,
And see the great Achilles, whom we knew.
Tho' much is taken, much abides; and though
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven; that which we are, we are;
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.
The last lines of this poem have become even more famous than the poem itself. Ted Kennedy cited them, slightly modified, in his address to the 1980 Democratic National Convention. And Robert A. Heinlein, he from the top rank of science fiction (i.e., social critique) writers, used "To Sail Beyond the Sunset" as the title for one of his books.
By the way, this is not the only poem turned political. Even this small collection includes at least two, W.B. Yeats's The Second Coming and W.E. Henley's Invictus (Invincible). The list was once to include W.H. Auden's September 1, 1939, but that turned out to be a bit too long for W.A. Aue to translate...
Speaking of my own laziness, I might as well confess that Lord Tennyson's Ulysses is actually much longer than shown here. But you can easily get the full text (plus some explanations) elsewhere...
Sometimes, I wonder. You know that I am a retired chemistry prof. When I get to Dalhousie University now and then, I see many of my retired colleagues still hacking away at the future: still writing in their offices, still slaving at their lab benches. On their own time, on their own money.
By the way, the creativity of hard-core scientists - as compiled, if my memory is correct, by the US National Science Foundation some time ago - does show the expected big maximum at the beginning of their careers. Then, routine, vanity and bureaucracy often take over - and down slopes the profile.
But then, mirabile dictu, creativity rises again to a second, though obviously smaller, maximum in the creativity curve. At a much later time in their lives, of course. And that is what makes me wonder.
Could it have anything to do - anything at all - with the reason why poor, old Ulysses, "match'd with an aged wife", sets sail into the sunset with his similarly afflicted companions?
And could that have anything to do with the two stanzas that - out of nowhere, naturally - sneaked into my mind and keep reverberating there?
(Age and the Estrogen/Tetosterone Ratio)
As women grow older,
they're getting much bolder;
but men that grow old,
are destined to fold:
"Their's not to make reply,
Their's not to reason why,
Their's but to do and die"!
Now, who in the heck wrote that quote? I wonder...
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Alfred Lord Tennyson:
Ulysses
Wem nützt schon eines Königs Müßiggang?
Beim stillen Herd, im dürren Klippgestein,
an alternd' Weib gebunden, mess' und geb'
ungleich' Gesetz ich diesem wilden Volk,
das nimmt und schläft und frißt und mich nicht kennt.
Zur Ferne zieht es mich; [ ... ] mein Ziel wird sein
zu segeln ferner als das Abendrot
und Bad der Westgestirne, bis ich sterb'.
Kann sein, das Meer wird uns hinunterzieh'n,
kann sein, daß wir berühr'n der Inseln Glück
und seh'n den Held Achilles, uns vertraut.
Viel schwand dahin, doch viel verblieb; obwohl
wir nicht die Kraft besitzen, die einmal
den Himmel und die Erd' bewegt; wir sind
das was wir sind; von gleichem Sinn und Mut,
vom Zeitgeschick geschwächt, doch stark im Will'n
zu streben, suchen, sehn - und nie zu ruhn.
Die letzten Zeilen sind noch berühmter geworden, als es das Gedicht schon war. Ted Kennedy zitierte sie (leicht verändert) in seiner berühmten Rede an die 1980 Democratic National Convention. Sie zählen zum ausdrucksstärksten, das je im Englischen geschrieben wurde.
Meine Übersetzung allerdings läßt in dieser Hinsicht sehr zu wünschen übrig: Ich habe das Metrum (in diesem Fall den Blankvers) wieder einmal der genauen Inhaltsangabe vorgezogen. Als Buße gebe ich hier die letzten drei Zeilen in Prosa wieder:
Das gleiche Naturell (die gleiche Festigkeit) heroischer Herzen,
von Zeit und Schicksal geschwächt, doch stark im Willen
zu streben, zu suchen, zu finden - und nicht nachzugeben.
Was sonst noch zu erwähnen wäre? Zum Beispiel, dasz die Phrase "To Sail Beyond the Sunset" von einem Meister der Science Fiction, Robert Heinlein, als Titel eines seiner Romane verwendet wurde. Und daß, was politisch verwendete Gedichte anlangt, meine kleine Sammlung (zumindestens) zwei weitere Beispiele enthält: W.B. Yeats's Second Coming (die Wiederkunft) und W.E. Henleys Invictus (Unbezwungen). In dieser Kategorie wäre auch W.H. Audens September 1, 1939 gefallen - aber das war dem W.A.A. wieder einmal zu lang zum Übersetzen...
Und weil ich schon beim Zugeben meiner Faulheit bin: Lord Tennysons Gedicht ist ja auch viel länger als es hier erscheint. Ich habe mir nur die Zibeben aus dem Gugelhupf herausgekletzelt. Mea culpa! Aber der Volltext ist ja leicht erreichbar...
Bei Tennyson ist das nichts Ungewöhnliches. Reimen konnte er ja. Aber seiner Botschaft fehlt heute der Glaube. Und das macht seine moralingesättigten Vollgedichte so schwer zu verdauen.
Aber einige Phrasen daraus, kurz und gut formuliert, sind in die englische Sprache eingegangen. Zum Beispiel "[Mine] not to reason why, [mine] but to do and die" (etwa: "Mir steht es nicht an, nach dem Grund zu fragen; mir steht es nur an, [den Befehl] auszuführen und zu sterben." Nur ist, im heutigen Wortgebrauch, "sterben" nicht immer wörtlich zu nehmen. Manchmal geht's auch nur um's Hinausgeschmissenwerden...
Ach so. Natürlich. Sie meinten, ich komme schon wieder vom Hundertsten ins Tausendste. Und Sie wollten ja nur eine Übersetzung der gereimten Zeilen vom linken Ufer.
Kann ich verstehen. Aber nicht ganz so leicht übersetzen.
Die Botschaft hier ist ja eine ausgesprochene Frechheit. Frau wird hart, Mann wird weich. Von wegen der blöden Östrogen/Tetosteron Verhältnisse in alternden Paaren. Und so weicht der aufgeweichte Mann halt aus: Zu seinen Leidenskollegen ins Büro, an den Stammtisch, in den Sonnenuntergang. Weil sonst heißt es: "Kein reply! Frag nicht why! Tu's or die!" [Zufrieden mit der Erklärung, Mondin?]
Sie glauben nicht, daß Tennyson...? Sie ahnungsvoller Engel, Sie! Bitte, hier ist der Volltext des "anderen" Gedichtes von Lord Tennyson. Die betreffenden Phrasen finden Sie in der zweiten Strophe...
Zur Strafe müßte ich zumindestens das linksseitige Gedicht - "links, wo das Herz ist" - übersetzen? Ok, have it your way. Here it is, a down-and-dirty job:
The Charge of the Light Brigade
(Ö/T Ratio)
Die Frau, einst erotisch,
wird im Alter despotisch;
doch der alternde Mann
wird sanft wie ein Lamm:
Er darf nichts mehr sagen,
darf nichts hinterfragen,
darf nur mehr ertragen!
Das sei meschugge? Schon, aber schimpfen Sie doch nicht auf mich! Schimpfen Sie auf Mutter Natur und ihr Mission Statement (das sich der Karli Darwin später unter den Nagel riß)!
NB: "The Charge of the Light Brigade" [ etwa: Der Angriff (oder auch der Auftrag) der leichten Brigade (Kavallerie) ] bezieht sich auf einen historischen (und total sinnlosen) Angriff der Engländer auf die
Russen bei Balaclava in der Krim, am 25. Oktober 1854. Ein
Schlachten war's, nicht eine Schlacht zu nennen (um auch einen deutschen Dichter zu Wort kommen zu lassen). Aber bitte: Wenn einem das Symbol (und der angesteckte Blechkram) mehr wert ist als das Leben der sechshundert jungen Reiter...
Trotzdem: Wie Tennyson das Galoppieren der angreifenden Kavallerie (und seine romantische Verklärung) durch die Metrik zum Klingen bringt, ist schon beachtlich...
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