Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.
Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.
Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.
Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.
Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.
And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.
Dylan Thomas:
Geh Du nicht sanft in jene Gute Nacht
Geh' Du nicht sanft in jene Gute Nacht,
Das Alter soll ein Loh'n, ein Wüten sein:
Zürn, zürn dem Dunkeln Deiner Sonne Pracht.
Die Weisen akzeptier'n des Dunkels Macht,
Doch, weil ihr Wort verlor des Blitzes Schein,
Geh'n sie nicht sacht in jene Gute Nacht.
Die Guten, schon entlaubt, erzähl'n entfacht
Von sünd'ger Taten Tanz im grünen Hain,
Und zürnen ihrem End der Blütenpracht.
Die Wilden, die den Flug der Sonne mitgemacht
Und seh'n, zu spät, sie ließen sie allein,
Sie geh'n nicht sanft in jene Gute Nacht.
Die Ernsten, nah dem Tod zum Seh'n erwacht,
Daß lodern kann auch blinder Augen Schein,
Sie zürnen ihrem End' der Lichterpracht.
Und Du, mein Vater, Deinen Flug vollbracht,
Wein' Fluch und Segen jetzt dem Sohne Dein;
Geh' Du nicht sanft in jene Gute Nacht:
Zürn, zürn dem Dunkeln Deiner Sonne Pracht!
Ja, ja, natürlich gebe ich es zu. Besonders die dritte Strophe. Aber Sie hatten doch nicht wirklich geglaubt, ich könnte dieses Gedicht übersetzen?!?
Warum uns die Dichter das antun? Ich weiß nicht. Aber dafür geben sie uns auch etwas sehr Schönes. Und wenn Sie noch nicht genug haben von einer solcherart gereimten Nacht, sehen Sie sich doch ein Gedicht an, das den gleichen Rückratsreim enthält, wenn auch in sehr verschiedener Gestalt - männlich-weiblicher Gegensatz miteinbezogen.
Später - 26. Sept. 2009
Es lohnt sich, Martins Blog aus Broda wie einen Martini die b[e]reite Seele hinunterglucksen zu lassen! Da findet sich nämlich heute ein Link zu
Dylan Thomas Rezitation seines wohl berühmtesten Gedichtes — und, in meinem Musentempel, Thomas war zumindestens so großartig als Sprecher, als er als Dichter war. Kaum einem Dichter ist solches Sprechen, solche Einheit von Wort und Wiedergabe gegeben. Umso glücklicher war ich,
dieses YouTube Video nun hier zitieren zu können. Dylan Thomas erweckt sein Gedicht zum leidenschaftlichen Leben (und macht - fast - die tour de force des dreizehnfachen Reimes vergessen).
Übrigens, um noch andere bekannte deutsche Namen zu nennen (und wohl auch um meiner schwachbrüstigen Übersetzung in aller gebührlichen Demut etwas atmen zu helfen) hören/sehen Sie sich doch hier eine deutsche Version an, übersetzt von Erich Fried und gesprochen von Raoul Schrott. Ausgezeichnet gemacht — und doch, welche Gefühlsabgründe trennen das Englische vom Deutschen!