Translation / Übersetzung
by / von Walter A. Aue



William Butler Yeats:

The Song of
Wandering Aengus

I went out to the hazel wood,
Because a fire was in my head,
And cut and peeled a hazel wand,
And hooked a berry to a thread;
And when white moths were on the wing,
And moth-like stars were flickering out,
I dropped the berry in a stream
And caught a little silver trout.

When I had laid it on the floor
I went to blow the fire aflame,
But something rustled on the floor,
And some one called me by my name:
It had become a glimmering girl
With apple blossom in her hair
Who called me by my name and ran
And faded through the brightening air.

Though I am old with wandering
Through hollow lands and hilly lands,
I will find out where she has gone,
And kiss her lips and take her hands;
And walk among long dappled grass,
And pluck till time and times are done
The silver apples of the moon,
The golden apples of the sun.



I should explain this poem? Are you kidding? Or are you an English major? Why should I destroy the poem by way of explanation?

A joke that has to be explained is no joke. You don't laugh at a learned explanation of why you should laugh, do you? And a poem that has to be explained is no poem. Explanations don't touch the heart. Poems do.

Do me a favor. Try speaking the poem slowly, and particularly slowly its final three lines. If you then don't feel what the golden apples could mean for you, you don't deserve them...


Because a fire
was in my head








William Butler Yeats:

Das Lied des
Wandernden Aengus

Ich ging hinaus zum Haselstrauch,
denn Feuer war in meinem Hirn,
und schnitt und schält mir einen Stab
und knüpfte Beeren in den Zwirn;
und während Motten flattern weiß,
und Mottensterne flickern aus,
die Beere, in den Bach gesenkt,
ein silbern Fischlein zog heraus.

Als die Forelle lag am Strand,
das Feuer facht' zur Flamme ich,
doch etwas raschelte im Sand
und jemand nannt' beim Namen mich:
da stand im Schimmer eine Maid
mit Apfelblüt' im Haar, die ruft,
den Namen mein, und läuft davon
und schwindet durch verklärte Luft.

Obwohl ich alt vom Wandern bin
durch tiefes Land und hohes Land,
ich find heraus, wohin sie ging:
küß' ihre Lippen, nehm' die Hand;
und geh' durch tiefer Wiesen Gras
und pflück, bis Zeiten weh'n davon,
die Silberäpfel ihres Monds,
die gold'nen Äpfel ihrer Sonn.



Ich soll das ein bißchen erklären? Ich bitte Sie, das Gedicht ist zu schön, um es mit einer Erklärung zu stören…

Das stimme, aber nur für das Gedicht, nicht für meine Übersetzung? Touché!

Aber was soll ich Ihnen sagen, daß Sie nicht schon selber wissen oder zumindesten vermuten? Ja, Aengus is ein alt-irischer Naturgott (Prinz), von dem die Sage sagt, daß ihm ein Mädchen erschien - und bald wieder floh - und nach dem er nun lange, lange sucht. Sie ist in einen Schwan verwandelt und er erkennt sie in Schwanengestalt und nimmt diese auch selbst an, um - naja, sie kennen solche Mythen sicher, von Leda und Lohengrin und Parzifal und Schwanensee einmal ganz abgesehen.

Bei Yeats ist es eine Forelle, auch nicht ganz unberechtigt. Fischweibchen bevölkern die alten Mythen. Selbst später tauchen Mädchen als Forellen auf, zum Beispiel bei Schubert. (Schubert nahm die letzte Strophe des Gedichtes von C.F.D. Schubart [kein Tippfehler], d.h. dessen abschließende Warnung an die jungen Mädchen, nicht so leicht an die Rute zu gehen, zwar wohlweislich nicht in sein berühmtes Lied [D550] auf - aber wer braucht schon Moral, wenn es um Kunst geht?).

Na, und goldene Äpfel gibt es auch überall, auf dem Olymp, in Walhalla, und im goldenen Schnitt der vielen Statuen in Wien. Bloß sagen darf man das nicht…

Die letzten drei Zeilen des Gedichtes sind von dem Schönsten, das je im Englischen geschrieben (und abgeschrieben) wurde. Aber dafür müssen Sie schon das Original bemühen; diesen Gefühlsffekt kann ich nicht nachahmen. Ja, und was die Homagen anderer betrifft: Vielleicht kennen Sie auch Ray Bradbury's The Apples of the Sun oder die CD von Judy Collins - und so weiter und so fort?

Zufrieden? Dann sagen Sie einmal ehrlich: Gefällt Ihnen das Gedicht jetzt wirklich besser oder waren Sie nur neugierig? Naja, ist ja menschlich… Aber wissen Sie, wie lange ich gebraucht habe, um das alles nachzuschlagen?


...



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First posted: March 2006
Last updated: July 2010

N.B.: The frame around the poems shows
chestnuts blooming in Baden near Vienna, Austria.

Want to see the original photograph?
By the way, you can see the trout jumping
around the knees of the girl, if you look closely.

Want to see more pictures from that little town,
Baden, just a few miles south of Vienna, Austria?























































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