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William Butler Yeats:
The Second Coming
Turning and turning in the widening gyre
The falcon cannot hear the falconer;
Things fall apart; the centre cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world,
The blood-dimmed tide is loosed, and everywhere
The ceremony of innocence is drowned;
The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity.
Surely some revelation is at hand;
Surely the Second Coming is at hand.
The Second Coming! Hardly are those words out
When a vast image out of Spiritus Mundi
Troubles my sight; somewhere in sands of the desert
A shape with lion body and the head of a man,
A gaze blank and pitiless as the sun,
Is moving its slow thighs, while all about it
Reel shadows of indignant desert birds.
The darkness drops again; but now I know
That twenty centuries of stony sleep
Were vexed to nightmare by a rocking cradle,
And what rough beast, its hour come round at last,
Slouches towards Bethlehem to be born?
You say: What does it mean? I say: It is a poem.
If Yeats had wanted to tell you what it means, in the language of history, he would have written an essay. Or a book. He was perfectly capable of that, you know.
So what is it? You might say it is a myth. Or, expressed in purple prose, it is mythical and mystical perception made manifest by art. As Josef Campbell quipped, myth is what never was and what forever will be. (I am lacking a similarly brilliant definition for art, sorry.) But what does that mean?
Myth is what religions once were and no longer are. Ancient religions were metaphors, trees of knowledge that rooted wide and deep. Their sounds spoke of us, of human nature. Humans surrounded by Gods. Then divine metaphors were morphed into God's history, with roots narrower and shallower, no longer able to support all the branches of intuitive knowledge.
What you are asking me to do is turning deep metaphor into shallow narrative. I won't do it. I won't destroy poetry. Poetry - well, good poetry, anyway - is one of the last refuges of the metaphor. The metaphor the human becomes. Or ought to.
Oh, and please make that art in general, particularly if you are fond of painting or music. As I am! Believe me, we are on the same side: If we weren't, we wouldn't find ourselves on the same page!
Would it really help you to know that this poem was written in 1919 (published in 1920) during the Irish-English War and just after World War I; that Yeats believed, among other things, in theosophy and developed his own theories about historical and educational development (the intersecting cones of spirals, "gyres", with the upright axis temporally repeating over and over) and that he wrote a "Vision" book about it; that the Apocalypse of John mentions a "Beast" appearing before the Second Coming; that sphinxes and manticores and similar beasties were once human metaphors and not freaks of nature; that birds are of the spirit and thighs are of the flesh; and that - well, googlegain yourself what you would like to consider your truth. Once, during the First Coming, a sophisticated man asked, "What is the truth?" Now, there would be truth for everyone…
But would "understanding" the poem really help you to "get" it (by transferring it to your heart to resonate)? Or would that hurt it (by transferring it to your brain to process)?
And would that very poem, but with all the "facts and meanings" laid out clearly - as if that were possible! - have become one of the most quoted poems of the English tongue? "Things fall apart; the center cannot hold…"
You either get the shivers down your spine and the sudden realization of something both in you and beyond you - or you get the pentameters to memorize or, worse, to interpret. Take your pick…
PS: But if you still want to impress your English prof, lift some stuff from Neil Mann's heavy-weight essay about this poem and Yeats's Vision.
PS-2: And about the deadly dance with the Grim Reaper. For war is born again. Out of Spiritus Mundi, out of the Spirit of the World.
How about reading some other poems in this collection that, directly or indirectly, deal with war? For instance Hardy's The Man He Killed, Helmberg-Lanner's Flüchtlinge, Heym's Der Krieg, and Owen's Anthem for Doomed Youth?
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William Butler Yeats:
Das zweite Kommen
Drehend und drehend in immer weiteren Kreisen
Versteht der Falke seinen Falkner nicht;
Die Welt zerfällt, die Mitte hält nicht mehr;
Und losgelassen nackte Anarchie,
Und losgelassen blutgetrübte Flut,
Das Spiel der Unschuld überall ertränket;
Die Besten sind des Zweifels voll, die Ärgsten
Sind von der Kraft der Leidenschaft erfüllt.
Gewiß steht jetzt bevor die Offenbarung;
Gewiß steht jetzt bevor die Wiederkunft.
Die Wiederkunft! Bevor noch ausgesprochen
Trübt groß die Vision aus Spiritus Mundi
Mir meine Sicht: Aus den Sänden der Wüste
Schimmert das Bild eines Löwen mit Kopf eines Mannes,
Wie Sonne starrend sein Blick, verschlossen und grausam,
Die zögernden Schenkel bewegend, daß rings um in her
Aufschwirren die Schatten empörter Vögel der Wüste.
Wieder bricht Dunkel herein - doch weiß ich es nun
Daß zwanzig Jahrhunderte eines steinernen Schlafes Zum Albtraum erweckt vom Stoß einer schwankenden Wiege:
Und welch räudiges Tier, des Zeit nun gekommen,
Kreucht, um geboren zu werden, Bethlehem zu?
Was das alles bedeuten soll? Wie soll ich das wissen? Ich bin Wissenschaftler, nicht Tischerlrücker.
Wie ich dann übersetzen kann? Das ist eine faire Frage. Wir sind uns doch alle einig, daß wirkliche Gedichte nicht wirklich übersetzt werden können. Nur: Wenn wir alle das wissen, warum gibt es dann so viele Übersetzungen?
Die Antwort ist einfach: Weil es so viele Übersetzer gibt. Der Drang, sich zu verständigen und mitzuteilen ist Grundbestandteil menschlicher Natur. Aus dem auch alle Kunst kommt.
Und so versuchte ich halt mehr metaphorisch als historisch zu übersetzen, mehr erfühlend als erläuternd. Ich versuchte, in dem Bereich zu bleiben, in dem Yeats das schrieb. Wenn er Geschichte hätte schreiben wollen, hätte er ein Buch verfaßt. (Hat er auch, aber das steht auf einem anderen Blatt.)
Ich sollte zumindestens übersetzen, was ich auf der linken Seite an "Erklärungen" verbrochen habe? Tue ich nicht. Auf der linken Seite habe ich ja nur gepredigt. Das kann ich und das tut nicht mir weh, sondern höchstens meinen Lesern. Denn Englisch habe ich nur erlernt; Deutsch (naja, Wiener Dialekt halt) ist meine Muttersprache. Die Muttersprache verpaßt mir (verdiente) Prügel, wenn ich sie zu sehr ausnütze…
Aber wenigstens einen Anhalt, wo ja die Übersetzung eben nur eine Übersetzung ….
Na schön. Aber zuerst versprechen Sie mir, das Gedicht laut und, wenn's geht, halb singend zu rezitieren. Geht's? Holperdipolter? Pardon, meine Schuld! Wie wär's dann mit dem wirklichen Gedicht? Noch schwieriger? Nochmals angesetzt? Und noch einmal? Na jetzt - Und auf einmal - Ah, gut! Gut!!!
Weil Sie so brav waren und nur so zum Spaß: Yeats erwähnte Bethlehem, wo es sich ereignen soll. Damit schien er richtiger zu liegen als Nostradamus (und das weitaus verständlicher)! Und wenn dem so ist: Könnten die aufgestörten, empörten Wüstenvögel vielleicht die Regierungen des Nahen Ostens darstellen? Daumier oder Goya, oder auch Bosch oder Dürer könnten das so gezeichnet haben (ich glaube, sie haben). Und das "Tier" (der Geheimen Offenbarung) - wäre das jetzt das "Tier im Menschen" oder, vielleicht noch schlimmer, wäre das [ ...bitte das für Sie weltanschaulich Zutreffende hier einzusetzen... ]? Und die "zwanzig Jahrhunderte" wären ja auch gerade zu Ende gegangen...
Aber ich strample ja nur so auf der Oberfläche herum. Aber Sie, wollen Sie vielleicht ein bißchen tiefer ins "rote" Meer tauchen? Oder wie wär's mit einem Urlaub in Armageddon (heutzutage Megiddo, Israel)?
Sie wollten nur etwas mehr über den tischerlrückenden Nobelpreisträger aus Irland erfahren? Zumindestens soweit es dieses so oft zitierte Gedicht betrifft? Nun, ich weiß nicht, was Sie in der Vielfalt finden werden, wenn Sie sich ihre Googles aufsetzen, aber ich habe da zum Beispiel den (englischen) Essay von Neil Mann gefunden. Mit Illustrationen des Yeats'schen Spiralkegelspieles.
PS: Ein funkelndes, tiefgründiges Spiel mit Glasperlen...
PS-2: Und einem tödlichen Tanz mit dem Sensenmann. Denn wieder ward der Krieg geboren. Aus dem Spiritus Mundi, aus dem Geist der Welt.
Wie wär's, wenn Sie sich auch andere Gedichte in dieser Sammlung ansähen, die, direkt oder indirekt, mit dem Krieg zu tun haben? Zum Beispiel Hardys The Man He Killed, Helmberg-Lanners Flüchtlinge, Heyms Der Krieg, und Owens Anthem for Doomed Youth?
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